Frauen im Cockpit
- klausschader

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Aktualisiert: 49Min.
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
Heute, zum Welt Frauen Tag, möchte ich ein ganz besonderes Thema ansprechen. Wie viele es sich schon denken können geht es um Frauen im Cockpit.
Es ist immer wieder besonders wenn die Ansagen aus dem Cockpit von einer weiblichen Stimme gesprochen werden, und doch werden es immer mehr Frauen, die sich für diesen wunderschönen Beruf über den Wolken entscheiden.
Doch um zu begreifen wie wir heute davon sprechen können das wir immer mehr Frauen im Cockpit hören können, müssen wir eine kleine Reise in die Vergangenheit unternehmen.
Die erste Pilotin der Welt hieß Raymond de Laroche und erhielt ihre Lizenz am 08. März 1910 in Frankreich. Sie war die 36. Person in Frankreich die überhaupt ihre Lizenz erhielt. Zu diesem Zeitpunkt musste man nur eine Lizenz erwerben, wenn man Kommerziell fliegen wollte.

Raymond de Laroche1 war für ihre Zeit eine sehr ungewöhnliche Frau, da sie sich von klein auf für Motorsport interessierte und 1908 dann durch Wilbur Wright auch am Flugsport Interesse bekundete. 1909 schon fing sie mit dem Flugtraining an und erhielt knapp ein Jahr später ihre Lizenz. Nach dem Erwerb ihrer Lizenz begann sie an Testflügen teil zu nehmen, womit sie 1919 ihren letzten Testflug antrat und in einem Unfall ums Leben kam. Sie bewies das Frauen gefährliche, sowie technische Flüge und auch Höhenflüge bewältigen konnten, wie ihre männlichen Mitstreiter. Sie stand der allgemeinen Meinung der 1910er entgegen indem sie zeigte das Frauen nicht zu schwach und emotional zum Fliegen sind, welches sie immer wieder in Airshows in ganz Europa zur Show stellte.
Gehen wir nun zu einer Frau über die in Deutschland eine wichtige Rolle spielt. Sie ist die

erste Frau Deutschlands die ihre Privat Piloten Lizenz erhielt und somit für Frauen einen Weg ins deutsche Cockpit erkämpfte. Amelie Hedwig Boutard-Beese² ist 1886 geboren und kam aus einem finanziell gut aufgestellten Haushalt. Ursprünglich studierte sie Bildhauerei, doch durch die immer wieder aufkommenden Artikel und Berichte über die Wright Brüder fing sie an sich immer mehr für die Fliegerei zu interessieren. 1909 entschied sie daraufhin selber in diesem Männerdominierten Beruf Fuß zu fassen und bewarb sich somit bei vielen Flugschulen, doch diese Flugschulen wiesen sie alle ab, da keiner eine Frau in seinen Reihen haben wollte.
Berühmte männliche Flieger werteten das Bild der Frau zu der Zeit in der Fliegerei ab und behaupteten das diese häufig zu Panik neigen würden und daher für den Beruf ungeeignet seien. Als sie endlich eine Flugschule gefunden hat die sie aufnehmen wollte, musste Amelie deutlich mehr zahlen als ihre männlichen Mitstreiter. Sie stürzte mit ihrem Fluglehrer ab, woraufhin der Fluglehrer nicht mehr mit ihr fliegen wollte und behauptete das Frauen Unglück bringen. Sie wechselte die Flugschule und erhoffte sich dort eine reibungslose Ausbildung, doch die Männer an ihrer neuen Flugschule sabotierten immer wieder ihr Flugzeug.
Am 13.09.1911 bestand sie ihren Prüfungsflug und erlangte somit ihre Lizenz.
Die Presse lobte sie für ihre „vollkommen korrekte Landung“. Daraufhin gründete sie ihre eigene Flugschule um einen geordneteren Ablauf der Ausbildung zu garantieren. Durch die Ehe zu einem Franzosen wurde ihr dann im ersten Weltkrieg das Fliegen verboten. Sie erlitt nach dem Krieg einen finanziellen und sozialen Ruin und konnte somit ihre Lizenz nicht erneuern, woraufhin sie sich mit den letzten geschriebenen Worten „Fliegen ist notwendig, Leben nicht.“ das Leben nahm. Sie zeigte durch ihre Hartnäckigkeit das auch Frauen eine Chance in der Luftfahrt verdient haben und gab vielen damals den Mut sich selber an einer
Flugschule einzuschreiben. Sie fing an das Bild der Frau zu verändern und schaffte somit den Anfang für viele kommende Generationen von Frauen im Cockpit.
Eine weitere wichtige Figur in der Luftfahrt ist Amelia Mary Erhart³. Ihre Eltern weigerten sich ihr die Lizenz zu finanzieren und somit erarbeitete sie sich die Lizenz selber. Durch das negative öffentliche Ansehen von Pilotinnen gründete Amelia mit vier weiteren Pilotinnen den „Club NinetyNine“ und steht mit diesem für die Stärkung von Frauen in der Luftfahrt

ein. Sie kämpfte immer wieder für die Gleichberechtigung von Frauen und setzte sich dafür ein das Frauen an technischen Hochschulen zugelassen wurden. Am 20. Mai 1932 überquerte sie dann als erste Frau der Welt alleine den Atlantik und erhielt dafür die Goldmedaille der National Geographic Society. Sie nahm sich vor die Erde einmal am Äquator zu umrunden und brach somit kurz vor ihrem 40. Geburtstag auf. Am zweiten Juli 1937 wollte sie einen letzten Stopp auf der Howlandinsel einlegen, bevor sie die Umrundung beendet, doch ihr Flugzeug kam nie am vereinbarten Zielort an. Daraufhin hat man Amelia für vermutlich tot erklärt und baute in ihrem Namen einen Leuchtturm auf der Howlandinsel um an sie zu gedenken.
Diese drei Frauen und noch so viele mehr prägten den Weg für Frauen in das heutige Cockpit, denn sie alle drei setzten sich auf ihre Weise für Gleichberechtigung ein und gaben nicht auf. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Geschlechterrollen noch immer klar definiert und es wurde von ihnen erwartet in den sozialen Rollen zu verweilen. 1924 beschloss daraufhin die International Comission for Aviation das Frauen von jeglicher Tätigkeit als Besatzungsmitglied eines öffentlichen Transportwesen eingesetzten Flugzeugs ausgeschlossen sein sollten. Durch den zweiten Weltkrieg waren daraufhin viele Militärpiloten bereits in der sich noch aufbauenden Branche vorhanden und so erachtete man es als unwichtig Frauen für das Cockpit auszubilden.
Erst Mitte der achtziger Jahre klagen sich zwei Pilotinnen in die Verkehrsfliegerschule der Lufthansa ein und bildeten dadurch einen ersten weg für Frauen in die zivile Luftfahrt.

Viele Frauen die bereits in der Luftfahrt sind setzten sich weiterhin für mehr Gleichberechtigung ein. Darunter ist zum Beispiel Vanessa Hudson4 welche 2023 CEO von Qantas geworden ist und immer wieder von Gleichberechtigung im Cockpit redet,

Captain Zoya Sapra Aggarwal5 als eine der ersten Pilotinnen bei Air India und auch Major Melanie Kluesner6, die sich bei der US air force für mehr Frauen einsetzt.

Heutzutage sind knapp 6,9% aller Piloten in Deutschland weiblich. Dabei sind 9,6% aller First Officer, 8,9% aller Senior First Officer und nur 4% aller Kapitäne weiblich.
Den größten Anteil von Pilotinnen im Cockpit hat Indien mit 12,9%.
Auch wenn die Zahlen immer noch recht klein sind im Vergleich zu den männlichen Mitstreitern, so kann trotzdem eine steigende Tendenz gesehen werden.
Wir freuen uns jedes Mal eine Frau im Cockpit einer Airline anzutreffen oder auf dem Flugplatz einer über den Weg zu laufen und wünschen allen unseren Frauen auf der Welt viel Erfolg auf ihrem Pfad.
Bildquellen:
1) By Unknown author. - Scanned from a postcard published in France in 1909 by Neurdein (ND Phot.), Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15723043
2) Von Autor/-in unbekannt - Flugplatz Johannisthal - 24.September bis 1. Oktober 1911 sowie Januar bis März 1913 - Flugprogramm - Sammlung Maximilian Karagöz, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=173280004
3) Von Los Angeles Daily News - https://digital.library.ucla.edu/catalog/ark:/21198/zz0002q0vh, CC BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11384960
4) new.com.au
5) By Zephyrinthesky1 - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=13661368
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